Touristische AnregungenFrauenOrte erzählen Geschichten, legen eigene frauengeschichtliche Traditionen in Sachsen-Anhalt frei, werden auch zur Auseinandersetzung mit Klischees über Frauenrollen und Weiblichkeit, die bis heute reproduziert werden, ermutigen.
Die FrauenOrte verteilen sich einem Netz vergleichbar über das Land und sind deutlich durch Hinweistafeln im öffentlichen Raum erkennbar. Die gekennzeichneten Orte spannen einen zeitlichen Bogen von etwa tausend Jahren Geschichte im regionalen Bezug und sind beliebig zu ergänzen. Das im Juni 2000 erschienene gleichnamige Buch verknüpft die markierten FrauenOrte im Land.
FrauenOrte - eine Anregung zur Spurensuche nach Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt soll Frauen Mut machen, sich mit ihrem Woher und Wohin zu beschäftigen, eigene Erlebisse und Erfahrungen für spätere Generationen festzuhalten, sie auch als Kraftquell zu nutzen.
Ob mittels Stadtrundgängen zur Frauengeschichte wie in Magdeburg, Salzwedel, Quedlinburg, Blankenburg oder Halle oder individuell zusammengestellten thematischen Zeitreisen - die FrauenOrte sind ein Anfang eigene, auch neue Wege zur Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt zu finden.
AnsprechpartnerInnen:
FrauenOrte - Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt
Ansprechpartnerin: Dr. Elke Stolze0345 / 687 31 49
elke.stolze@frauenorte.netDie Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Landkreise
Museale Einrichtungen an den Orten
Klosterfrauen, Beginen, Hexen...
Es führt ein Weg in das neue Kloster Helfta, dessen Geschichte unmittelbar mit Mechthild und Gertrud von Hackeborn sowie der Begine Mechthild von Magdeburg und ihrer Bedeutung für die mittelal terliche Mystik verbunden ist, auch nach Magdeburg, Quedlinburg, Halberstadt oder Freyburg (Unstrut). Klöster waren für Frauen nicht nur Stätten religiösen Lebens. Sie sind Orte der Bildung, des Schutzes, der Versorgung, auch der Wohltätigkeit und Nächstenliebe, ebenso Orte der Macht. Eine Route mit den Stationen Schloß Quedlinburg-Kloster Helfta (Eisleben) - Schloß Neuenburg Freyburg (Unstrut) ermöglicht die Beschäftigung mit Frauenleben im Mittelalter, religiös bestimmten Bewegungen und deren Einfluß auf Lebenswelten von Frauen. Sie läßt sich thematisch ebenso durch den Einfluß der Reformation mit der Station Lutherstadt Wittenberg wie auch den Hexenverfolgungen mit der Station Tangermünde erweitern.Von der Wanderbühne zur bürgerlichen Geselligkeit
Kunst, Literatur, Theater waren Bereiche, in denen weibliches Wirken durchaus toleriert und auch gefördert wurde. So ist die Geschichte des Weißenfelser Hofes nicht nur mit Johann Sebastian Bach, sondern auch mit Magdalena Bach und Caroline Neuber - die Neuberin - verbunden. Interessant ist auch, der Frage nachzuspüren, welchen Einfluß die Frauen der Fürsten von Anhalt oder die von Stollberg-Wernigerode an ihren Höfen hatten. Eine Route mit den Stationen Schloß Neu- Augustusburg Weißenfels, Johannbau Dessau, Schloß Wernigerode ermöglicht Ihnen, dem Leben und Wirken von Frauen im "Schatten" landesherrlicher Macht verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. In diesem Kontext ist auch ein Abstecher zum Schloß Lichtenburg in Prettin, das als Witwensitz der kursächsischen Fürsten entstand, zu empfehlen.Frauen mischen sich ein... Interessieren Sie sich mehr für Fragen der Geschichte der Moderne und deren emanzipatorischen Möglichkeiten und Entwicklungen für Frauen, empfehlen wir eine Route mit den Stationen Droyssig ( bei Zeitz ), Zörbig, Salzwedel, Leuna, Wolfen, Bad Kösen, Halle, Dessau, Halberstadt. Sie lernen den ältesten noch bestehenden Kindergarten kennen, ebenso die erste Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und Lehrerinnen, den ersten Kindergarten eines Industrieunternehmens, Arbeits- und Berufswelten von Frauen und damit verbundene Entwicklungsmöglichkeiten für sie. Beispielhaft für unternehmerisches Handeln begegnet Ihnen Käthe Kruse. Eine der Pionierinnen auf parlamentarischer Bühne war die Halberstädterin Minna Bollmann. Dem Ringen der Frauenbewegung um gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen für Frauen, eingeschlossen deren Zulassung zum Studium, zu akademischen Berufen und entsprechenden Tätigkeitsfeldern begegnen Sie besonders in Halle - an der Universität und der Burg Giebichenstein - und am Bauhaus Dessau.
Frauen im Dritten Reich
Die Gedenkstätte für die Opfer der NS- "Euthanasie" Bernburg, die Lichtenburg Prettin, das Gelände des Arado-Werkes in Wittenberg, die Synagoge Gröbzig... sind FrauenOrte des Erinnerns, Gedenkens und der historischen und persönlichen Aufarbeitung.